Achtsamkeit für Bergedorf

Andrea Gräff


Über mich

Um mich vorzustellen, schreibe ich hier einige Zeilen, zwischen denen man etwas über meine Einstellung zum Leben und meine Werte erfahren kann. Wer herausfinden möchte, ob ich auf der gleichen Wellenlänge bin, und ob es Spaß machen könnte, mit mir zusammen Achtsamkeit zu üben, sollte mich persönlich kennenlernen. Geeignet dafür sind die Infotage für die Kurse, die Meditationsgruppe oder ein Achtsamkeitstag.

In meinem Berufsleben habe ich schon in den verschiedensten Bereichen gearbeitet und Einiges an Lebens-Erfahrung sammeln können: Nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung zur Krankenschwester absolviert und 1989 abgeschlossen. Die meiste Zeit in der Pflege habe ich auf Intensivstationen gearbeitet. Es waren oft stressige Arbeitsbedingungen, aber auch die Erfahrung von Teamarbeit, von gutem Zusammenhalt der Kollegen und gemeinsamer Bewältigung der anfallenden Arbeit. Im Krankenhaus konnte ich das Leben mit seinen Höhen und Tiefen sowie die Reaktion der Menschen auf Extremsituationen kennenlernen. Ich habe dort eine Ahnung davon bekommen, dass das wirklich Wichtige im Leben nicht im Materiellen zu finden ist.

Mein zweiter Lehrberuf ist der der Scheibentöpferin. Nach der Gesellenprüfung war ich mehrere Jahre in eigener Werkstatt selbständig tätig. Ich habe meine Töpferwaren selbst entworfen, hergestellt und auch selbst auf Kunsthandwerkermärkten verkauft. In dieser Zeit lernte ich einiges über die Gesetze des Marktes, über Kreativität und Machbarkeit, über Planung von Arbeitsabläufen, Termindruck und Zuverlässigkeit.

Kein Beruf im eigentlichen Sinne, aber eine sehr lehrreiche Zeit war meine Tätigkeit als Über-Land-Bäckerwagen-Fahrerin in Ostfriesland. Der Kontakt zu meinen meist älteren Kundinnen hat mir die Angst vor dem Alter genommen. Ich habe viel von der Lebensklugheit der älteren Menschen mitgenommen und von ihrer Weisheit profitiert. Auch während dieser Zeit konnte ich wieder lernen, was am Ende des Lebens wichtig ist und was bleibt.

Besondere Lebensumstände machten es möglich, dass ich das Studium der Gesundheitswissenschaften beginnen und 2017 mit dem B.Sc. abschließen konnte. Dieser Studiengang ist sehr breit gefächert und es bietet sich den Absolventen ein weites Feld an beruflichen Möglichkeiten. Zunächst habe ich in der freien Wirtschaft gearbeitet. Hier wurde mir deutlich vor Augen geführt, wie sich der Zwang von Wirtschaftlichkeit und Rentabilität auf die Bedingungen im heutigen Arbeitsalltag auswirkt: Leistungsdruck, Umsatzziele, Arbeitsverdichtung, Überstunden, ständige Erreichbarkeit,Termindruck, kurz gesagt: Stress.

Stress, der sich auf das körperliche und seelische Wohlbefinden negativ auswirkt und zu körperlichen Symptomen und im schlimmsten Fall zu Burnout und Depressionen führen kann. Mittlerweile konnte ich meine Work-Life-Balance ausgleichen und bin halbtags als Referentin für die EQS-Hamburg tätig.

Neben der Berufstätigkeit habe ich eine professionelle, anderthalbjährige Ausbildung zur Achtsamkeits- und Resilienztrainerin am Deutschen Fachinstitut für Achtsamkeit (DFME) bei Doris Kirch in Oldenburg absolviert.

Die Praxis der Achtsamkeit beschäftigt mich schon seit mehreren Jahren täglich und hat in meinem Leben bereits deutliche Spuren hinterlassen. Ich bin gelassener geworden; nicht perfekt, aber eben ausgeglichener. Ich habe gelernt, besser mit Stress umzugehen. Falls ich doch einmal wieder in die Stressfalle tappe, bemerke ich das schneller als früher. Ich weiß, was ich aktiv dagegen tun kann, und komme daher schneller wieder aus dieser misslichen Lage heraus. Für mich hat sich das tägliche Üben der Achtsamkeitspraxis definitiv gelohnt. Ich bemerke immer häufiger, dass die Haltung der Achtsamkeit in meinem Alltag integriert ist und stelle fest, dass mein Leben dadurch an Tiefe gewinnt.

Während der Corona-Zeit war es schwierig, Gruppenveranstaltungen in Innenräumen abzuhalten. So kam ich auf die Idee, Achtsamkeit im Wald, an der frischen Luft anzubieten. Im März 2022 habe ich an der Deutschen Akademie für Waldbaden und Gesundheit in St. Martin die Ausbildung zur "Kursleiterin für Waldbaden - Achtsamkeit im Wald" durchlaufen und nach Abgabe einer Facharbeit Ende April erfolgreich abgeschlossen.  Hinzu kam noch ein Erste-Hilfe-Kurs "outdoor". Zudem musste die Zusage des zuständigen Revierförsters eingeholt werden. Ab Juli 2022 kann es endlich losgehen: Die "Auszeit im Wald" als Angebot für alle, die wieder eine Verbindung zur Natur aufnehmen wollen, die die Faszination des Waldes mit allen Sinnen erleben wollen wird im Bergedorfer Gehölz stattfinden. Ich freue mich schon sehr auf viele gute WALD-Erfahrungen für alle Teilnehmenden. Der Wald tut den Menschen einfach gut!

Andrea Gräff